Pinneberg-Steinburg

ASB-Chronik

Von den Anfängen bis heute

Erfahren Sie mehr über die Entwicklung des ASB - von den Anfängen 1888 bis hin zu einer der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen heute.

Von der Gründung des ASB bis zum Ersten Weltkrieg (1888 bis 1914)

1888 legten sechs Berliner Zimmerleute den Grundstein für den heutigen Arbeiter-Samariter- Bund. In einer Zeit, in der es weder Arbeitsschutzvorschriften noch Rettungsdienste gab und sich viele Arbeiter schwer verletzten, setzten sie gegen viele Widerstände den ersten "Lehrkursus über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen" durch.

An Arbeitsmaschinen kam es häufig zu schweren Unfällen. Auch Arbeitsschutz- oder Unfallverhütungsvorschriften wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Die Rettungsdienste standen noch am Anfang. Es fehlten Sanitäter, die im Ernstfall schnell und kompetent handeln konnten. Ausgebildete Ersthelfer oder Verbandmaterial an den Arbeitsplätzen gab es damals auch noch nicht.

Die Anfänge des ASB
Sechs Berliner Zimmerleute ergriffen deshalb die Initiative und setzten gegen viele Widerstände den ersten "Lehrkursus über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen" durch. Sie waren nicht nur die Gründerväter des heutigen Arbeiter-Samariter-Bundes, sondern haben durch ihre Initiative auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben.

Erste Sanitätsdienst-Gruppen ( 1896)
1896 gründete sich in Berlin die erste Sanitätsdienst-Gruppe mit dem Namen „Arbeiter-Samariter-Kolonne“. Mit Räder- und Fahrradtragen wurden damals bereits Krankentransporte geleistet. In den Folgejahren entstanden auch in anderen Städten ASB-Kolonnen. Die Mitglieder dieser „Kolonnen“ bildeten Laien in Erster Hilfe aus, führten Sanitätsdienste durch und eilten nach Unglücken herbei, um die Verletzten zu versorgen. Ab 1902 gab es die ersten ASB-Verbandtaschen.

Entstehung des Arbeiter-Samariter-Bundes
1909 schlossen sich die Arbeiter-Samariter-Gruppen in Berlin, Dresden, Meißen, Köln, Hamburg und Elberfeld zum Arbeiter-Samariter-Bund zusammen. Die erste Bundestagung des ASB fand 1910 in Dresden statt. 

Der Erste Weltkrieg 
Fast die Hälfte der 6.600 ASB-Mitglieder wurde zum Kriegseinsatz eingezogen. Viele Helfer der mittlerweile 108 ASB-Kolonnen meldeten sich freiwillig, um Kriegsverletzte zu pflegen. Bei Kriegsende bestand der Arbeiter-Samariter-Bund nur noch aus 30 Kolonnen mit 1.400 Mitgliedern.

Der ASB in der Weimarer Republik (1919 bis 1933)

Der ASB organisierte sich nach dem Ersten Weltkrieg neu. Die Zahl der ursprünglich 108 Kolonnen war auf 30 geschrumpft. Aufgrund der politischen Unruhen gab es jedoch einen großen Bedarf an ASB-Sanitätern. Allein beim Spartakus-Aufstand (5.-12. Januar 1919) in Berlin mussten die Samariter 850 Menschen versorgen.

Neue Aufgaben für den ASB

Der ASB engagierte sich auf allen Gebieten der Volkswohlfahrt und legte damit den Grundstein für seine Funktion als Wohlfahrtsverband. Damalige Leistungen wie HauskrankenpflegeGesundheitsfürsorge und Kinderhilfe sind bis heute wichtige Aspekte der Arbeit des ASB. Während der Weltwirtschaftskrise versorgten die Arbeiter-Samariter hungernde und frierende Familien mit Lebensmitteln und Kleidung.

Außerdem kümmerte sich der ASB um Sanitätseinrichtungen in den Betrieben und baute systematisch den motorisierten Rettungsdienst aus. Bereits 1932 existierten wieder 1.574 ASB-Kolonnen mit 52.362 aktiven Helfern.

Gründung von Jugendabteilungen

„Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft“, so leitete der Bundesvorsitzende Theodor Kretzschmar 1924 seinen Aufruf zur Gründung von Jugendabteilungen ein. Er empfahl Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren, sich Jugendabteilungen in den jeweiligen ASB-Kolonnen anzuschließen.

Die Nazis verboten den ASB

Die Nationalsozialisten verboten den Arbeiter-Samariter-Bund 1933. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 konnte der ASB wieder in Deutschland aktiv werden.

1955: Die ersten Spätheimkehrer aus der UdSSR treffen in Deutschland ein. Viele ASB-Kolonnen sind im Einsatz, um die sie zu betreuen. 
ASB-Archiv/W. Schulze (Fs 1295)

Der ASB in Westdeutschland (1945 bis 1989)

Der ASB beteiligte sich nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau Deutschlands. 1946 begannen die Neugründungen in den Gebieten der Westalliierten. Bereits Anfang der Fünfzigerjahre gab es in Westdeutschland 100 ASB-Kolonnen. In der DDR blieb der Arbeiter-Samariter-Bund verboten. 

ASB-Hilfe für Flüchtlinge aus der DDR
Die Betreuung von Flüchtlingen aus der DDR war eine der Hauptaufgaben des ASB in den Fünfzigerjahren. Auch sonst konzentrierte sich der ASB wieder auf sein Selbstverständnis als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation: Neben der Flüchtlingshilfe waren und sind Erste-Hilfe-Ausbildung, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie der Krankentransport die Hauptaufgabenfelder des ASB. 

ASB-Hilfe für Alte, Kranke und Menschen mit Behinderung
Neue Aufgabenbereiche übernahm der ASB in den Sechzigerjahren: Neben Einsätzen bei Katastrophen und Auslandseinsätzen setzte er sich vor allem in der Pflege von Hilfsbedürftigen ein. Krankenhäuser und Altenpflegeheime wurden eröffnet, und auch um behinderte, alte und kranke Menschen kümmerte sich der Arbeiter-Samariter-Bund. 1963 gab es den ersten mobilen Mahlzeiten-Service des ASB.

Die ASB-Bundesgeschäftsstelle zog 1965 von Hannover nach Köln.

Neue Dienste und ein Jubiläum
Kinder- und Jugendhilfe sowie Flüchtlingsbetreuung wurden vom ASB in den Achtzigerjahren ausgebaut. Mobile Soziale Dienste kamen ebenfalls dazu. In Wiesbaden und Köln führte der ASB die ersten Hausnotrufsysteme ein. Für Senioren entstanden Tagespflegeheime. 

1988 feierte der ASB seinen 100. Geburtstag.

 
Vom Mauerfall bis heute

Nach dem Fall der Mauer nahmen Bürgerinnen und Bürger aus der DDR Kontakt zum ASB auf. Sie wollten neue Hilfs- und Wohlfahrtsstrukturen aufbauen. Der ASB unterstützte die Vorhaben mit Nachdruck. Der erste ASB-Ortsverband in Ostdeutschland entstand 1990 in Güstrow.

Der ASB in den neuen Bundesländern
Im Osten Deutschlands ist der ASB inzwischen so präsent wie in den alten Bundesländern. Bereits im Herbst 1990 gründeten sich in allen neuen Bundesländern die ASB-Landesverbände wieder. Der Arbeiter-Samariter-Bund ist heute in ganz Deutschland aktiv.

ASB-Auslandshilfe startet Einsatz auf dem Balkan
Einen seiner längsten Einsätze als Hilfsorganisation startete der ASB 1991. Während des Kriegs nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991 versorgte er Flüchtlinge, richtete Ambulanzen ein und organisierte Hilfskonvois. Bis heute beteiligt sich der Arbeiter-Samariter-Bund an der Beseitigung der Kriegsfolgen. 

Großeinsatz der ASB-Helfer bei der Elbflut
Als 2002 die Elbe weite Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und Tschechiens überflutete, waren über 1.500 Helfer des ASB im Einsatz. Sie beteiligten sich an Rettungsaktionen und Evakuierungen. Später unterstützte der ASB die Flutopfer beim Wiederaufbau. 

ASB-Hilfe für Tsunamiopfer
Bereits unmittelbar nach dem Seebeben in Sri Lanka 2004 begann der Arbeiter-Samariter-Bund mit der Verteilung von Medikamenten und anderen Hilfsgütern. Kurz darauf startete die ASB-Wiederaufbauhilfe für die Opfer der Naturkatastrophe. 

ASB-Sanitäter während der Fußball-WM in Deutschland
Während der Fußball-WM 2006 in Deutschland stellte der ASB über 2.000 Helferinnen und Helfer. Es war der bislang größte Rettungs- und Sanitätsdiensteinsatz in der Geschichte des ASB.

Start des Bundesfreiwilligendienstes 2011
Im Juli 2011 fällt der Startschuss für den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD). Verbunden damit ist eine Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes. Der ASB begrüßt zum 1. Juli 2011 die ersten Bundesfreiwilligen. Neben der Rolle als Zentralstelle im FSJ übernimmt der ASB diese Aufgabe nun auch für den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD). Nicht nur Jugendliche, sondern auch ältere Menschen können zukünftig einen BFD leisten.

Eröffnung der Hauptstadtrepräsentanz
Seit September 2012 ist der ASB mit einem Hauptstadtbüro auch in Berlin vertreten. Als kompetenter Ansprechpartner steht der ASB den Bundestagsfraktionen, Ministerien und Medien der Hauptstadt in sozialen Fragen zur Verfügung.